Südhessen aktuell

Dr. Alexander Bode, Geschäftsführer der CONABO GmbH, im Gespräch mit unserem Netzwerk.

Trendbasierte Innovationsberatung

© Dr. Alexander Bode

Herr Dr. Bode, Sie beschäftigen sich mit Innovationen und Digitalisierung. Warum sind diese Themen für mittelständische Unternehmen wichtig?

Innovation ist der Treiber für Wandel und Wandel ist aus meiner Sicht ganz wichtig, um unser wirtschaftliches System am Laufen zu halten. In der aktuellen Zeit erleben wir in vielen Bereichen Veränderungen, wie zum Beispiel bei unseren Arbeits- und Freizeitgewohnheiten. Unternehmen müssen diesen Veränderungen immer wieder mit neuen Produkten und innovativen Geschäftsmodellen begegnen und neue Angebote schaffen. Das gilt für alle, egal ob sie Verbraucher als Kunden haben oder entlang der Wertschöpfungskette ihre Produkte anbieten. Digitalisierung kann dabei allen Unternehmen helfen, ihre eigenen Prozesse zu optimieren und ihre Kunden noch besser zu erreichen.

Wie kommen Menschen auf Innovationen?

In ganz vielen Historien mittelständischer Unternehmen gab es irgendwo einen Gründer mit einer guten Idee und das war innovativ. Im Laufe der Zeit wird darauf aufgebaut. Die Produkte werden weiterentwickelt oder das Angebot wird ausgeweitet. Im Bereich von Startups wird immer nach einer disruptiven Innovation gesucht, also eine, die einen Markt oder eine Branche verändert. Aber Innovationen finden Tag täglich im Kleinen statt. Ich betone immer, dass es für den Mittelständler nicht darum geht, das nächste Apple oder Amazon zu entwickeln. Aber sie dürfen sich auch nicht auf dem Erreichten ausruhen. Ein Blick auf Innovationen zum Beispiel in anderen Regionen oder Branchen kann ein wertvoller Impuls für die Unternehmen sein und daraus lassen sich leicht neue Ideen entwickeln.

Warum sollten Unternehmen nicht nur Produkte entwickeln, sondern innovative Geschäftsmodelle?

Der Mittelstand in Deutschland ist ziemlich gut darin, seine Produkte zu optimieren. Aber wir haben jetzt mit dem digitalen Wandel eine völlig neue Ausgangslage. Zum einen verliert das physische Produkt gegenüber seinen digitalen Komponenten an Wert– also für den Unternehmer leicht nachvollziehbar, obwohl das Produkt weiter gut ist, verdient man damit nicht mehr so viel. Zum anderen sieht man sich zunehmend durch die digitale Welt in einem globalen Wettbewerb. Die Frage für Unternehmer ist, ob eine Produktverbesserung die richtige Antwort auf die Veränderung ist. Oder sind vielleicht ganz andere Ansätze notwendig? Ich mache das mal an dem Beispiel Einzelhandel fest: Jahrzehntelang haben wir uns in Deutschland beklagt, dass die Innenstädte veröden, weil Einkaufszentren auf der grünen Wiese vor den Städten entstehen und die Leute dort hinfahren. Heute muss man sagen, das Einkaufszentrum entsteht auch dort nicht mehr, die Leute kaufen lieber online und lassen es frei Haus liefern. Anstatt darüber zu diskutieren, wie wir die neuen Möglichkeiten für unsere Wirtschaft nutzen können, führen wir in Deutschland immer noch dieselbe Diskussion, nämlich dass unsere Innenstädte veröden. Erst durch den Corona-bedingten Lockdown haben viele Einzelhändler den Schritt ins Internet gewagt und auf einmal gemerkt, dass dort auch ein großes Potenzial für sie liegt.

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Was sollte der Unternehmer jetzt tun, um ein nachhaltiges Innovationsmanagement einzuführen?

Ein erster Schritt ist die Analyse von Innovationen anderer, bewusst über die eigene Branche hinaus. Wir arbeiten dazu mit einer Datenbank mit über 45.000 Innovationen, die wir weltweit suchen und so aufbereiten, dass jeder Mittelständler, jedes Unternehmen unmittelbar damit arbeiten kann. Wir bauen so für jedes Unternehmen ein spezifisches Innovationsradar, in dem genau die Themen vorgestellt werden, mit denen sich das Unternehmen beschäftigen sollte. Im zweiten Schritt gilt es dann, einzelne Themen aufzugreifen und umzusetzen. Dazu beraten wir die Unternehmen und begleiten sie zum Beispiel bei der Digitalisierung ihrer Prozesse oder im Zuge einer innovativen Geschäftsmodellentwicklung. Alle Unternehmen, die über keine eigenen Ressourcen in diesem wichtigen Thema verfügen, erhalten somit von uns ein externes Innovationsmanagement. Nachhaltig ist diese Lösung, weil wir das Versprechen geben, dass die Unternehmen mit uns keine wesentliche Entwicklung mehr verpassen.

Und Sie können damit Unternehmen aus allen Branchen helfen?

Unser Innovation Monitoring ist bewusst branchenübergreifend gestaltet, da ich fest davon überzeugt bin, dass das größte Potenzial für Unternehmen in den Innovationen aus anderen Branchen liegt. Apple hat ein Ökosystem gebaut und damit den Handymarkt revolutioniert. TESLA kopiert diesen Ansatz im Moment sehr erfolgreich für die Automobilindustrie. Aus diesem Grund sammeln wir für die Datenbank die Innovationen aus allen Branchen und allen Wirtschaftsregionen dieser Welt.

Sie erwähnten über 45.000 Innovationen, wie kommen Sie auf diese Anzahl?

Die Innovationen werden von 80 Menschen zusammengetragen, die sich Tag ein Tag aus mit der Recherche beschäftigen, und zwar nicht nur aus Deutschland vom Schreibtisch. Die Mitarbeiter sind in den einzelnen Märkten vor Ort und bekommen aktuelle Entwicklungen direkt mit. Es gibt zum Beispiel ganz viele innovative Ideen, die in den einzelnen Ländern in der Landesprache publiziert werden, sowie auch ein deutscher Mittelständler seine neuste Produktinnovation im deutschsprachigen Newsletter bewirbt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass viele Themen aus der Distanz gar nicht zugänglich sind, weil sie sprachlich oder geografisch nicht erfasst werden. Dazu haben wir Leute auf der ganzen Welt im Einsatz. Alle gesammelten Ideen – mehr als 100 pro Tag – werden bei unserem Kooperationspartner in Hamburg von einer Innovationsredaktion nach bestimmten Kriterien bewertet. In die Datenbank gelangen nur die wirklich innovativen Eingaben, die das Potenzial haben, eine Branche oder einen Markt zu verändern.

Was ist aus Ihrer Sicht so besonders an der Mittelstandsberatung?

Ich bin selbst in einem Familienunternehmen in Südhessen groß geworden. Daher weiß ich aus eigenem Erleben, was ein Mittelständler gut kann und wo seine Grenzen liegen. Oftmals fehlt dem Geschäftsführer nur ein guter Sparringspartner, mit dem er sich zu Innovationsthemen austauschen kann. Wenn ein Unternehmen veränderungsbereit ist, kann eine gute und auf das Unternehmen zugeschnittene Beratung wirklich helfen, langfristig erfolgreich zu sein. Dieser externe Impuls ist für die Unternehmen eine Abkürzung auf dem Weg zu neuen Innovationen.

Was ist Ihr wichtigster Tipp für Unternehmer/innen, damit Innovationen schnell umgesetzt werden können?

In Zeiten großer Veränderung ist es enorm wichtig, den Blick nach vorne zu wagen und sich schnell auf neue Entwicklungen einzustellen. Konkret heißt dies, beziehen Sie Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden auf der Suche nach den neuen Themen für Ihr Unternehmen ein. Suchen Sie gezielt nach neuen Innovationen in anderen Branchen, die aus Ihrer Sicht großes Potenzial haben. Das wichtigste aber ist, dass man anfängt. Ein Unternehmen muss nicht seine Prozesse über Nacht vollständig digitalisieren, aber es muss damit beginnen, sonst verliert es schnell den Anschluss.

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