Regionales | Südhessen

Matthias Martiné, Volksbank Darmstadt – Südhessen eG

Mittelstand in Corona-Zeiten

Matthias Martiné, Vorstand der Volksbank Darmstadt – Südhessen eG, im Gespräch mit unserem Netzwerk mittelstand-südhessen.de.

Herr Martiné, die Corona-Krise betrifft auch den Mittelstand. Wie ist die Situation im Moment bei Ihren Firmenkunden und in Südhessen?

Insgesamt sind unsere Firmenkunden bisher ganz gut durch die Krise gekommen. In den letzten Jahren haben mittelständischen Unternehmen ihre Eigenkapitalquote weiter verbessern können. Die Liquiditätssituation ist daher noch weitgehend stabil. Von diesen Puffern zehren viele. Gleichwohl trifft es Branchen besonders hart, die vom Lockdown unmittelbar betroffen sind, wie z. B. Restaurants, Hotels, stationärer Einzelhandel, Reiseanbieter und die Event- und Kulturbranche. Von einigen Solo-Selbstständigen weiß ich, dass sie Grundsicherung erhalten. Das ist bitter.
2020 haben aber auch einige Unternehmen von der Krise besonders profitiert. Dazu gehören z. B. Online-Händler und Anbieter rund um das Thema Haus & Garten. Wie sich die Lage nun nach dem mehrmonatigen Lockdown ändert, bleibt abzuwarten.

Die Politik hat große Corona-Förderpakete geschnürt. Wie wurden die bei Ihren Kunden angenommen? 

Grundsätzlich war es wichtig und richtig, umfassende Bundes- und Landeshilfen anzubieten. Wir hatten dazu im zweiten Quartal 2020 eine verstärkte Nachfrage aus unserem Kundenkreis. Danach flachte das Interesse jedoch erstaunlicherweise ab. Das hat möglicherweise auch damit zu tun, dass der Großteil unserer Kunden bisher nicht direkt betroffen ist.  
Zudem sind wir selbst sehr stark im Immobiliensektor tätig. Gleichwohl hat unsere Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken bundesweit über 10 Mrd. Euro KfW-Corona-Kredite ausgelegt. Das sind rund 30 Prozent des gesamten bisherigen Antragsvolumens in Deutschland. Das zeigt, dass die heimische Wirtschaft sich auf uns als regionale Mittelstandsbank verlassen kann.

Wie beurteilen Sie die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung?

Zunächst einmal hoffen wir alle, dass der Impfstoff so schnell wie möglich allen zur Verfügung steht, damit allmählich wieder Geschäfte und Restaurants öffnen und Reisen zumindest in Ansätzen möglich sind. Auch die weltweiten Lieferketten müssen sich wieder stabilisieren. Insgesamt scheint die deutsche Wirtschaft mit einem Minus von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in 2020 im internationalen Vergleich noch einigermaßen gut durch die Krise gekommen zu sein. Unser Mittelstand in der Region Südhessen ist stark und die Exporte werden im zweiten Halbjahr 2021 wieder anziehen. Helfen wird da sicherlich auch der aktuelle Aufschwung in China.

Wie ist es Ihnen selbst ergangen und welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

In unserer Bank sind wir bisher von Corona-Fällen weitgehend verschont geblieben. Im Frühjahr 2020 haben wir sofort unsere Geschäfts- und Kundenprozesse an die neue gesundheitliche Gefährdungslage angepasst. Wir haben unsere bereits seit zwei Jahren laufende Video-Kundenberatung ausgebaut. Die Resonanz unserer Kunden auf unser digitales Beratungsangebot ist gut. Weiterhin haben wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mobiles Arbeiten ermöglicht. Die Kombination zwischen Büropräsenz und Homeoffice wird auch nach der Corona-Krise bleiben.

Gibt es nach Corona wieder ein Zurück in die alte Welt?

Die digitalen Prozesse haben sich bewährt und werden weiter ausgebaut. Gleichwohl glaube ich, dass der persönliche Austausch auch wieder zunehmen wird. Die Leute sehnen sich nach direkten Begegnungen und sozialen Kontakten. Zukünftig werden daher hybride Ansätze erfolgreich sein. Unternehmen müssen den digitalen und persönlichen Austausch im Einklang miteinander anbieten. So werden wir z. B. auch unsere bewährten Netzwerktreffen von mittelstand-südhessen.de mit Vorträgen und Unternehmertalks aufleben lassen, sobald das wieder möglich ist.

Vielen Dank Herr Martiné für das Gespräch.

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