07.02.2019

Klassische Instrumente im Wandel

Finanzierung von Innovationen

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Die Finanzierung von Innovationen unterscheidet sich deutlich von der Finanzierung von Investitionen. Nach einer aktuellen Studie der KfW werden Innovationen in deutschen Unternehmen zu 82 Prozent aus Eigenmitteln finanziert. Bankkredite spielen als Finanzierungsalternative mit 9 Prozent bisher nur eine geringe Rolle. Das ist bei klassischen Investitionen in Maschinen und Anlagen anders. Sie werden zu 49 Prozent durch Bankkredite und zu 34 Prozent über Eigenmittel finanziert. Experten erwarten aber Veränderungen und neue Finanzierungsansätze.

Digitalisierungsinvestitionen steigen

Mittelstandständische Unternehmen haben bei Digitalisierungs- und Innovationsprojekten einen Nachholbedarf. Das notwendige Finanzierungsvolumen wird daher steigen müssen. Die Investitionen betreffen Hardware (z. B. Rechner, Roboter, vernetzte Maschinen oder Komponenten wie Sensoren und Chips) sowie Software, Apps und Plattformen, die Unternehmen lizensieren oder selbst entwickeln können. Aber auch komplexe Gesamtlösungen wie z. B. für eine smarte Fabrik, die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse oder die Entwicklung von eigenen Plattformen oder smarten Produkten werden das Investitionsvolumen pro Digitalisierungsprojekt steigen lassen.

Finanzierungsvarianten

  • Klassische Investitionskredite: Sie sind als Finanzierungsalternative nicht immer passend. Innovationsprojekte sind in der Regel speziell auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten und immateriell, da sie zu einem großen Teil aus Personalkosten bestehen, die etwa für die Durchführung von FuE, für die Konstruktion oder für die Vorbereitung der Produktion und des Vertriebs entstehen. Die investiven Ausgaben machen in der Regel nur 30 Prozent aus. Damit entstehen bei Innovationsprojekten nur in einem geringen Umfang Vermögenswerte, die die Stellung von Sicherheiten erschweren. Investitionskredite können aber für den materiellen Teil von Digitalisierungsvorhaben durchaus eine Rolle spielen, z. B. für die Finanzierung von Robotern und smarten Maschinen.
  • Betriebsmittelkredite: Produktionsunternehmen, die ihre Produkte intelligent gestalten möchten (Internet der Dinge), benötigen Chips, Sensoren, Kameras und andere Teile. Hierfür eignet sich der klassische Betriebsmittelkredit.
  • Öffentliche Fördermittel: Die Bundes- und Landesregierungen stellen mittlerweile viele Förderprogramme bereit, um Unternehmen bei der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten zu unterstützen. So fördert die KfW mit ihrem „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ gezielt die digitale Transformation und die Innovationstätigkeit des Mittelstandes. Die Anträge können Sie über Ihre Hausbank stellen.
  • IT-Leasing: Hard- und Software können Sie auch leasen. Leasing ist bilanzneutral und schont Ihr Eigenkapital. Ihre Leasingraten können Sie zudem als Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Die Laufzeit von Leasingverträgen richtet sich nach der Nutzungsdauer der geleasten IT. Leasingverträge bieten somit die Möglichkeit, Hard- und Software einfacher durch neue zu ersetzen. Sie mindern damit das Überalterungsrisiko.
  • Eigenkapitalbeteiligung: Wenn Sie für Ihre Digitalisierungsinvestitionen keine Eigenmittel, nicht genügend Sicherheiten für klassische Bankkredite und einen größeren Finanzierungsbedarf haben (z. B. für den Aufbau einer digitalen Plattform), können Sie auf eine Eigenkapitalfinanzierung setzen. Sie akzeptieren dann entweder offene oder stille Beteiligungen durch Privatinvestoren oder Venture-Capital-Gesellschaften.

Es kommt letztlich auf Ihre Digitalisierungsstrategie und Ihren daraus abgeleiteten Investitionsbedarf an. Meistens ist ein Mix an Finanzierungsinstrumenten sinnvoll. Unsere Finanzierungsexperten beraten Sie gerne, auch unter Heranziehung unserer Partner in der Genossenschaftlichen Finanzgruppe.

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