05.06.2019

Deutsche Gründungsszene hat Nachholbedarf

KfW-Gründungsmonitor 2019

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Die Zahl der Neugründungen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Allerdings weist der neue KfW-Gründungsmonitor 2019 eine Verlangsamung des Rückgangs aus. Mit 547.000 Neugründungen 2018 gab es nur 10.000 Gründungen weniger als 2017. Aber diese aggregierten Größen verdecken einige erfreuliche Entwicklungen im Detail.

Positive Entwicklungen

  • 2018 stieg die Zahl der Vollerwerbsgründer im Vorjahresvergleich von 234.000 auf 255.000. Anders als Nebenerwerbsgründer, arbeiten Vollerwerbsgründer nicht noch nebenbei im Angestelltenverhältnis.
  • Auch der Frauenanteil bei den Gründungen war 2018 gegenüber 2017 leicht ansteigend (216.000 zu 208.000).
  • Der Zahl der Arbeitgebergründer mit Personal betrug 2018 rund 147.000 und liegt damit um 32.000 höher als 2017.

Negative Entwicklungen

  • Proaktive Chancengründungen lagen 2018 mit 382.000 unter dem Vorjahreswert von 390.000. Dafür stieg die Zahl der Notgründungen 2018 um 13.000 auf 148.000. Chancengründer setzen ihre neuen Geschäftsideen um und gründen nicht aus der Not heraus (z. B. Arbeitslosigkeit).
  • Gründer, die auf Innovationen und Digitales basieren, waren 2018 leider rückläufig. Ihre Zahl sank zusammen von 210.000 (2017) auf 180.000 (2018).

Regionale Verteilung

Berlin bleibt 2018 mit 193.000 Neugründungen auch Deutschlands Gründerregion Nr. 1, gefolgt von Brandenburg (134.000), Hamburg (146.000), Bayern (126.000), Nordrhein-Westfalen (118.000), Niedersachsen (116.000) und Baden-Württemberg (113.000). Schlusslichter bilden die ostdeutschen Flächenländer Mecklenburg-Vorpommern (84.000), Sachsen-Anhalt (77.000) und Thüringen (74.000).

Durchschnittlich ist die Gründungstätigkeit in Ballungsräumen mit guter Infrastruktur höher als in ländlichen Regionen. Außerdem zieht eine attraktive Start-up-Szene wie in Berlin und Hamburg andere Gründerinnen und Gründer eher an. Allerdings haben sie eher einen Fokus auf Medien- und IT-Gründungen, weniger auf industrielle Start-ups.

Gründungsfinanzierung

In den letzten 10 Jahren hat sich der durchschnittliche Kapitaleinsatz von Gründerinnen und Gründern deutlich erhöht. Bei Vollerwerbsgründern lag der durchschnittliche Kapitalbedarf 2018 bei rund 25.000 Euro. Vor allem Gründer mit Mitarbeitern (Arbeitgebergründer) sind zu 85 Prozent auf Gründungskapital angewiesen. Daher ist die Gründungsfinanzierung eine besondere Herausforderung, zumal 2018 der Anteil von Gründern mit Finanzierungsschwierigkeiten auf 17 Prozent gestiegen ist. Gründungen sind per se risikoreich. So geben 30 Prozent der Existenzgründer in den ersten drei Jahren wieder auf.

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