05.04.2019

Prüferische Durchsicht hat viele Vorteile

Freiwillige Wirtschaftsprüfung

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Nur mittelgroße und große Kapitalgesellschaften müssen ihren Jahresabschluss nach § 316 HGB von einem Wirtschaftsprüfer darauf hin prüfen lassen, ob der Jahresabschluss und die Buchführung gesetzeskonform sind und ob der Lagebericht inhaltlich mit dem Jahresabschluss übereinstimmt. Als mittelgroß und damit prüfungspflichtig gelten nach § 267 HGB Unternehmen, die mindestens zwei der folgenden Größenklassen überschreiten: 6 Mio. Euro Bilanzsumme, 12 Mio. Euro Umsatz und 50 Arbeitnehmer. Gleichwohl lohnt sich eine freiwillige Prüfung auch für nicht prüfungspflichtige Unternehmen.

Prüferische Durchsicht

Die auf einer Plausibilitätsprüfung basierende freiwillige kritische Würdigung des Abschlusses bezeichnet man als prüferische Durchsicht (Review). Diese betriebswirtschaftliche Analyse wurde vom IDW Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. im Prüfungsstandard IDW-PS-100 geregelt.

  • Eine prüferische Durchsicht kann das Vertrauen von Banken, Kapitalgebern, Geschäftspartnern und Gesellschaftern stärken und hat den Zweck, die Glaubhaftigkeit und Zuverlässigkeit der im Abschluss enthaltenen Informationen zu erhöhen.
  • Ist die prüferische Durchsicht erfolgreich, bestätigt der Wirtschaftsprüfer, dass mit einer gewissen Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass der Jahresabschluss in wesentlichen Belangen nicht mit den gesetzlichen Vorschriften übereinstimmt.
  • Um diese Negativaussage bestätigen zu können, müssen sich beauftragte Wirtschaftsprüfer an einen festen Ablauf aus Auftrag, Planung, Durchführung, Dokumentation und Bescheinigung halten. Insbesondere müssen sie ausreichende Nachweise einholen, z. B. Befragungen und analytische Beurteilungen. Erst wenn die vorgelegten Informationen falsch sind oder Hinweise auf falsche Informationen vorliegen, sind weitere Nachweise erforderlich.

Ablauf der prüferischen Durchsicht

  • Auftrag: Die Basis ist das Auftragsbestätigungsschreiben. Es regelt die Zielsetzung, Verantwortlichkeiten, Art und Umfang, Zugang zu Informationen sowie Form und Inhalt der Berichterstattung.
  • Durchführung: Im Rahmen der prüferischen Durchsicht wird der Prüfer die verantwortlichen Personen im Unternehmen befragen und alle notwendigen Unterlagen und Geschäftsvorfälle zusammentragen und analytisch beurteilen.
  • Dokumentation: Der Wirtschaftsprüfer muss alle Sachverhalte, die Nachweise zur Unterstützung der Bescheinigung liefern, ebenso dokumentieren wie Nachweise, dass er die Prüfung gemäß IDW-Prüfungsstandard durchgeführt hat.
  • Bescheinigung: Über das Ergebnis der prüferischen Durchsicht wird eine schriftliche Bescheinigung erteilt, die eine klare, negativ formulierte Aussage des Wirtschaftsprüfers enthält. Es handelt sich um das zusammengefasste Ergebnis der prüferischen Durchsicht der Rechnungslegung. Die Bescheinigung hat die Aufgabe, die Glaubhaftigkeit der in der Rechnungslegung enthaltenen Informationen zu erhöhen.

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