Südhessen-Talk

17.08.2019

Tobias Meudt, Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum, TU Darmstadt

Industrie 4.0 und smarte Fabriken

Tobias Meudt, Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum an der TU Darmstadt, im Gespräch.

Herr Meudt, was ist das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum in Darmstadt?

Wir gehören zu Mittelstand-Digital, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Bundesweit gibt es zahlreiche geförderte Kompetenzzentren, die kleine und mittelgroße Unternehmen regional über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung informieren.

Wie können sich Unternehmen aus Südhessen genau bei Ihnen informieren?

Unser Kompetenzzentrum ist Teil der TU in Darmstadt und bietet auf dem Campus kostenlose Informationsveranstaltungen und praktische Anschauungen in Lernfabriken mit echten Maschinen und Produktionsprozessen. Daneben bieten wir individuelle Fachgespräche bei Unternehmen und konkrete Umsetzungsprojekte.

Welche Informationsveranstaltungen bieten Sie zum Beispiel?

Wir haben auf unserer Website einen aktuellen Veranstaltungskalender. Themen sind z. B: Wertstromanalyse, Cloud Computing, Industrie 4.0 und Datenschutz-Grundverordnung. Die Teilnahme ist für Unternehmen kostenlos.

Sie erwähnten, dass Sie auch in die Unternehmen gehen. Wie muss man sich das vorstellen?

Zum einen gibt es für Unternehmen aus der Region die Möglichkeit eines Fachgesprächs, um mit einem unserer Experten im Unternehmen vor Ort kostenfrei über ein konkretes Digitalisierungsprojekt zu sprechen. Hierfür haben wir auf unserer Website ein Online-Anmeldeformular. Es geht auch noch eine Stufe weiter. In zum Teil über mehrere Monate laufenden Projekten suchen wir gemeinsam mit dem anfragenden Unternehmen Digitalisierungslösungen in der Produktion, Logistik oder bei Produkten. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die beteiligten Unternehmen bereit sind, eigene Personalkapazitäten und Sachmittel einzubringen, und sich mit einer Projektskizze bewerben.

Gibt es Beispiele für solche Projekte?

Ja, auf unserer Website finden sich einige erfolgreiche Praxisbeispiele auch als Videos. Hier ist der Link.

Wie weit sind produzierende Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand mit ihrer Digitalisierung?

Große Unternehmen beschäftigen sich schon intensiv mit der digitalen Fabrik. Dort sind automatisierte Fertigungsprozesse und Robotertechnologien schon lange etabliert. Industrie 4.0 heißt dort, dass sich Roboter über Künstliche Intelligenz zunehmend selbst steuern und Mensch-Maschine-Kooperationen besser möglich sind. Bei kleineren und mittelgroßen Produzenten und größeren Handwerksunternehmen sieht die digitale Lage nicht überall so gut aus. Viele operieren noch im digitalen Blindflug, weil sie z. B. nicht über die in den Maschinen verfügbaren Daten verfügen.

Die smarte Fabrik erfordert ja auch erhebliche Investitionen im Mittelstand. Gibt es auch einfache Lösungen?

Wichtig ist, auch mit kleinen Projekte anzufangen und daran schrittweise zu lernen. Es gibt auch Ansatzpunkte, die nicht so viel kosten, wie z. B. Assistenzsysteme. Dazu gehören auch Datenbrillen (Smart Glasses). Für die Digitalisierung notwendig sind auch saubere Prozesse. Hierfür gibt es mit der Wertstromanalyse eine einfache Methode. Sie zeigt den Ist-Zustand der Produktionsprozesse und ist ein Abbild aller Material- und Informationsströme. In unseren Schulungen vermitteln wir dazu die Grundkenntnisse und wenden sie anschließend in unserer Prozesslernfabrik praktisch an.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Meudt.

Am 9.5.2019 waren wir zu Gast mit unserem Netzwerkfrühstück beim Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum an der TU Darmstadt. Hier finden Sie einige Foto-Impressionen.

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