Südhessen-Talk

29.11.2019

Jörg Funke, Geschäftsführer Butlers

Butlers – Aus der Insolvenz in die Digitalisierungsoffensive

Jörg Funke, Geschäftsführer Butlers GmbH & Co. KG Köln, im Gespräch.

Herr Funke, Butlers ist ja eine bekannte Marke. In vielen Großstädten sind Ihre Läden mit den bunten Deko- und Tischaccessoires präsent. Wie kam es denn eigentlich zur Insolvenz?

Ja, da sind einige negative Entwicklungen und Fehlentscheidungen zusammengekommen. Butlers wurde 1999 von Wilhelm und Paul Josten gegründet. Die Geschäftsidee bestand darin, Wohnaccessoires, Dekorationsartikel und Geschenke an Thementischen zu präsentieren. Der gedeckte Tisch als Komplettlösung sollte bei Kunden ein Bild im Kopf erzeugen. Das war auch lange erfolgreich. Die Insolvenz 2017 war dann der Endpunkt einer schleichenden Fehlentwicklung.

Können Sie mehr zu den Gründen der Insolvenz sagen?

Die finale Ursache war, dass eine Bank in einer kritischen Situation ihr Engagement beendet hat. Strategisch lagen die Ursachen jedoch darin, dass die Konkurrenz auch aus dem Internet zugenommen hat und wir eine falsche Sortimentspolitik verfolgten. Möbel passten einfach nicht zu uns. Auch haben wir unseren Kerngedanken, den gedeckten Tisch, nicht zeitgemäß weiterentwickelt. Unsere Läden waren zu voll und passten vom Design nicht mehr in die moderne Zeit. Außerdem hat uns ein Engagement in England viel Geld gekostet. Die Mieten sind dort dreimal so hoch wie bei uns.

Was haben Sie in der Insolvenzphase getan? Wie gelang die Restrukturierung?

Durch eine notwendige Schrumpfkur und eine strategische Neuausrichtung. So haben wir 30 Filialen geschlossen, die Belegschaft von 1000 auf 800 reduziert und uns aus Spanien und England zurückgezogen. Unser Umsatz fiel von 95 Millionen auf 75 Millionen Euro.

Parallel dazu haben wir aber eine Wachstums- und Digitalisierungsoffensive in unseren Kernregionen Deutschland, Österreich und Schweiz gestartet. Wir haben unsere Filialen modernisiert und minimalistischer gestaltet. Früher waren unsere Geschäfte zu überladen. Weiterhin haben wir unseren Vertrieb neu aufgestellt. So haben wir ein Franchise-System entwickelt und neue Vertriebspartner wie Rewe, C & A oder Kaufhof gewonnen. Weitere Partner wie Baumärkte und Kaufhäuser werden folgen.

Wie wichtig ist E-Commerce für Sie nach der Insolvenz?

Sehr wichtig, wenn man sieht wie Amazon den deutschen Handelsmarkt aufrollt. Dann müssen wir investieren. Wir haben daher unseren Online-Shop professionalisiert und verkaufen aber auch auf Marktplätzen wie Amazon und Ebay.

Danke für das Gespräch Herr Funke.

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Dipl.-Betriebswirtin Jutta Peschke

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